Kapellchen

Die kleine Kapelle am schwarzen Kreuz, besser bekannt als das „Kapellchen“, ist für viele die Stelle, an der die sogenannte Siedlung beginnt. Sie steht an dem Punkt, wo die Straßen „Im Oberen Mengen“, „Am Höllenberg“, „Waldweg“ und die „Ritterstraße“ aufeinandertreffen.

Im Jahre 1925, zehn Jahre vor Siedlungsbaubeginn, wurde sie vom früheren Besitzer des Steinbruchs auf dem Kreuzberg, Adam Becker, erbaut. Er tat dies zum Dank dafür, dass er gesund und heil aus dem 1. Weltkrieg nach Hause zurückkehren konnte. Die Kapelle wurde im Juni/Juli 1925 von Pfarrer Mayer unter Mitwirkung des damaligen Gesangvereins „Harmonie“ in feierlicher Prozession eingeweiht.

Zuerst war die Stätte nur eine kleine Grotte, die wir jetzt  als hinteren Teil mit der Mutter-Gottes-Statue sehen können. Vor dem 2. Weltkrieg wurde der vordere Teil angebaut und zu einer kleinen Kapelle erweitert.

Hinter dem „Kapellchen“ befand sich ein idyllischer Pfad, der beim Straßenausbau zur Siedlung und der Kanalisation des Heuwiesbachs weichen musste. Dieser Pfad mit einer Treppe führte durch eine kleine Schlucht mit großen Bäumen auf beiden Seiten – man hatte das Gefühl, durch einen kleinen Urwald zu laufen. Am Ende der Treppe befand sich ein kleiner Teich. Hier hatte sich die Natur ein kleines Regenrückhaltebecken, so wie es in heutiger Zeit mit viel Aufwand gebaut wird, selbst geschaffen. In der kalten Winterzeit kam es oft vor, dass an den Schrägen das Wasser gefror und Eiszapfen bizarr an den Hängen herabragten. Ein Einöd, wie wir es heute in unserem Dorf nicht mehr vorfinden.

Die Pflege des „Kapellchens“ übernahmen Bewohnerinnen aus dem Oberen Mengen. Nach Fertigstellung betreute Maria Herrmann (*02.07.1888 †08.12.1964) die Stätte 38 Jahre lang. Danach sorgte Katharina Leidinger geb. Herrmann (*07.11.1890 †08.09.1976) für den Blumenschmuck. Nach einigen Jahren wurde das Sauberhalten und Schmücken des „Kapellchens“ von Tochter Maria Dier geb. Leidinger (*07.09.1914 †11.01.2001) übernommen. Seit 1990 kümmert sich Waltraud Schramm geb. Fillgraf genau wie ihre Vorgängerinnen bestens um die kleine Kapelle.

Im Jahre 2001 veranlasste die Gemeinde Mandelbachtal eine fachmännische Restaurierung der Marienstätte, durchgeführt von der Firma Josef Raab.


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